Italienischer Wein

Italien kann mit Recht als die Wiege des professionellen Weinbaus genannt werden.

Zwar gab es auch in anderen Gegenden Weinbau, doch die Organisation und der Handel fand erstmalig in den beiden Jahrhunderten vor Christus auf dem heutigen italienischen Staatsgebiet statt. Übernommen wurde der Weinanbau von den eroberten Provinzen im heutigen Süditalien. Durch Umsiedelung ehemaliger Soldaten in die befriedeten Provinzen in Europa kam der Weinanbau auch in Gegenden wie Frankreich, auf der iberischen Halbinsel und in Österreich und Deutschland. Die Bedeutung von Wein als Handelsgut sowie dessen Präsenz in der italienischen Lebenskultur ist seit dieser Zeit nahezu unverändert.

Italien besitzt über 20 Weinanbauregionen

Heute ist Italien in 20 Weinbaugebiete mit eigenen Rebflächen aufgeteilt. Diese werden teilweise noch in verschiedene Weinanbaubereiche unterteilt. Insgesamt werden in Italien auf einem Gebiet von mehr als 900.000 Hektar über 60 Hektoliter Wein Produziert. Die Klassifizierung erfolgt in folgen de Qualitätsstufen: Tafelwein (vino di tavola), IGT (Indicazione Geografica Tipica) zu Deutsch Landwein und DOC oder DOCG Weine, die als Qualitätsweine bezeichnet werden. Von den über 1000 Rebsorten Italiens sind mehr als 400 für Qualitätsweine von der DOC zugelassen.

Italienischer Wein kann sehr vielfältig sein

Der italienische Weinanbau erstreckt sich geographisch auf einer Nord-Süd Ausrichtung von annähernd 1200 Kilometern. Die lang gezogene Ausrichtung der Halbinsel von den Alpen bis hin zur Südspitze Siziliens ist daher klimatisch wie auch topografisch sehr abwechslungsreich. Zusammen mit der deutlich voneinander abweichenden Beschaffenheit der Böden sind dies Faktoren, die sich auch auf die Weine auswirken. Italienischer Wein bietet daher eine große Bandbreite hinsichtlich der Farben und Geschmacksrichtungen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/weinforschung-anbau-und-lagerort-entscheiden-ueber-qualitaet-a-985450.html

Einheimische Rebsorten dominieren den Weinanbau in Italien

Obwohl auch in Italien internationale Rebsorten wie MerlotChardonnayCabernet Sauvignon angebaut werden, ging der Anteil ausländischer Reben am gesamten italienischen Anbau nie über 15% hinaus.
Das bedeutet im Umkehrschluss, daß 85% der italienischen Weinberge mit so genannten autochthonen Sorten bestockt sind. Reben also, die teilweise seit Jahrhunderten in den jeweiligen Regionen heimisch sind. Sie haben sich im Laufe der Generationen perfekt an die jeweiligen Bedingungen angepasst. Auch haben sich diese Trauben qualitativ gegenüber fremden Sorten durchgesetzt.

Autochthone Reben

Autochthone Reben (aus dem griechischen frei übersetzt: an Ort und Stelle entstanden) wachsen in Italiens Regionen teilweise schon seit der eingangs erwähnten Zeit, da die Griechen noch in Süditalien siedelten. Mindestens jedoch sind sie seit 200 Jahren dort in Kultur. Der Anbau dieser Sorten ist charakteristisch für den italienischen Weinanbau. Der regional verwurzelte Wein bestimmt seit je her das Leben in Italien hinsichtlich Handwerk, Kunst und Kultur. Auch die Küche in Italien ist stark mit dem jeweiligen Wein gebunden. Die Anbaugebiete Italiens werden unter Kennern eng mit der dort angebauten Rebsorte verbunden. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der territorialen Identität.

Der Weinanbau ist in Italien in der Hand von Winzerfamilien

Die Weinbauern Italiens blicken auf eine lange Winzergeneration zurück. Teilweise lassen sich die Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Auch heute noch sind viele der bedeutenden Weingüter Italiens in Familienbesitz. Generationenübergreifend werden die Aufgaben unter den Familienmitgliedern aufgeteilt. Als bedeutende Arbeitgeber in den teilweise kleinen Dörfern bestimmten Winzerfamilien über die Jahrhunderte das Leben und das Gesicht der Orte.

Der Anbau von Wein hat eine lange Tradition

Von der Tradition des Weinbaus in Italien zeugen noch heute Weinfeste auf denen die lange Geschichte des Weinbaus auf unterschiedliche Arten dargestellt wird. Mit der Ausstellung alter Gerätschaften und dem Tragen traditioneller Kleidung wird der Weinbauzeit vergangener Jahrhunderte gedacht.

Seit Jahrhunderten in Betrieb befindliche Weingüter bieten nicht selten auch Führungen und Weinproben für Kenner und weniger beschlagene Interessenten an.